Natürlicher

Badespaß

für Groß und Klein

 

Vorher ein in die Jahre gekommenes Freibad, jetzt ein einladendes Naturerlebnisbad für die ganze Familie: Im Mai 2011 eröffnete die Gemeinde Sinntal ihre neueste Attraktion im Ortsteil Altengronau.

 

Die bogenförmige Brücke über das Hauptbecken verbindet die Liegewiese mit dem Sprungbereich.

 

 

Damit kehren die Menschen in der Region praktisch zu ihren Wurzeln zurück: In den 1950er Jahren nutzten die Altengronauer die Sinn als Badegewässer – ein im besten Wortsinne natürlicher Badespaß.

 

Anfang der 1970er-Jahre baute die Gemeinde dann ein Freibad, das die Bürger vier Jahrzehnte lang gerne

und viel nutzten. Bis die Zeichen der Zeit so sehr an der Substanz des Bades nagten, dass die Verantwortlichen vor der Frage standen: Abreißen oder sanieren? Das Konjunkturpaket von Bund und Land ermöglichte den Gemeindeoberen, sich für die zweite Variante zu entscheiden.

 

 

Die Wahl fiel allerdings nicht auf eine klassische Sanierung der bestehenden Bausubstanz, sondern auf

den vollständigen Umbau der Anlage in ein Naturbad mit rein biologischer Wasseraufbereitung.

„Denn dadurch konnte die Gemeinde mit denselben finanziellen Mitteln ein vielfältigeres Bad mit zahlreichen

Attraktionen für die ganze Familie realisieren und hat zudem niedrigere Folgekosten“, erklärt Jörg Janisch von

der Ingenieurgesellschaft Janisch & Schulz, die das Naturerlebnisbad Altengronau geplant und gebaut hat.

 

Die Vorgaben der Politiker an die Planer waren dabei ganz klar: Es sollte ein Familienbad entstehen und der Schwerpunkt der Gestaltung auf Erlebnisbereichen für Kinder und Jugendliche wie Rutsche, Sprungfelsen

Und Wasserfall liegen. Zudem war ein Kleinkinderbecken Teil der Planungsvorgaben. Die Schwimmer sollten zwar auch nach dem Umbau ungestört ihre Bahnen ziehen können, auf Schwimmbahnen für die klassische Wettkampfnutzung mit Startblöcken wurde hingegen bewusst verzichtet.

 

Wie immer bei einer Sanierung waren natürlich auch die bestehenden baulichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. So teilen sich beispielsweise das Schwimmerbecken und der Keller des Versorgungsgebäudes die Wände, weshalb bestehende Leitungen in den Wänden und Decken weiter genutzt werden sollten.

 

Aufgrund dieser Konstellation setzten die Planer auf eine klassische Überlaufrinne, die sie aus Edelstahl auf

Maß anfertigen ließen. Vor Ort wurde dann die Abdichtungsfolie an die mit einem weißen Kunststoffrost

Abgedeckte Rinne angeflanscht und zusätzlich zur Sicherheit mit einem sogenannten Haklinband aufgeklebt.

 

Doch nicht nur technisch, sondern auch bei der Landschaftsgestaltung ließen sich die Planer einiges einfallen, damit sich das Naturerlebnisbad harmonisch in die Umgebung einfügt und die einzelnen Nutzungsbereiche auch optisch klar voneinander getrennt sind.

 

Das unbestrittene Highlight der Anlage ist zweifelsohne die Wasserrutsche: Über 12 Meter geht es von

einem eigens zu diesem Zweck aus dem anfallenden Aushub modellierten Hügel in rasanter Fahrt hinab in das Becken.

 

 

 

 

Auch in gestalterischer Hinsicht ist diese Attraktion ein echter Hingucker: Die Bahn wurde seitlich mit Findlingen aus dem für die Region typischen roten Sandstein eingefasst. Dieser teilweise behauene Sandstein kam auch bei der Gestaltung des Wasserfalls am Nichtschwimmerbecken und des Sprungturms zum Einsatz. Passend dazu laden große Findlinge aus dem gleichen Material in der Flachwasserzone die Badegäste zum entspannten Sitzen oder Liegen ein.

 

Der Sprungfels wurde wie die anderen Attraktionen aus dem für die Region typischen roten Sandstein modelliert.

 

Entspannt können die Betreiber auch bleiben, wenn die Badewassertemperatur in Hitzeperioden über die gewünschte Maximaltemperatur von 25 Grad Celsius zu steigen droht.

 

Denn das Naturerlebnisbad verfügt über einen regelbaren Quellwasserzufluss, der vor dem Bau des Naturerlebnisbades nur zum Befüllen einer Kneippanlage genutzt wurde. Mit dessen 9 bis 12 Grad Celsius

kaltem Wasser können die Becken bei Bedarf exakt auf die gewünschte Temperatur heruntergekühlt werden.

 

Damit es die für Füllwasser vorgeschriebene Trinkwasserqualität erreicht, wird dieses Quellwasser vor der

Einspeisung mithilfe einer UV-Anlage desinfiziert. mb

 

 

 

Daten & Technik Typpublic

 

 

Baujahr:.................................. 2009-2010

Badegäste:............................. 300 pro Tag

Gesamtfläche:........................ ca.0,8 ha

Gesamtwasservolumen:......... 1 200 m³

Gesamtwasserfläche:............ ca. 1 600 m², davon

Badebereich gesamt:............. ca. 800 m², davon

Schwimmerbereich:............... 400 m², Wassertiefe bis 2,90 m

Nichtschwimmerbereich:....... 400 m², Wassertiefe 0,60 bis 1,30 m

Regenerationsbereich:.......... ca. 800 m²

 

Wasseraufbereitung:

Die Wasseraufbereitung des Umlaufwassers erfolgt in drei Schritten. Das Wasser wird zunächst mittels einer

Überlaufrinne und drei punktuellen Überläufen in einen Laubfang geleitet, der im Wasser schwebende

Grobstoffe zurückhält.

Die zweite Stufe ist ein parallel geschalteter, bepflanzter Bodenfilter, welcher der Adsorption von Phosphaten und der Nitrifikation von Ammonium-Stickstoff dient. Da dieser Bodenfilter aus baulichen Gründen nicht so groß ausgelegt werden konnte, dass er die gesamte Wassermenge reinigen kann, wird hier immer nur ein Teilstrom durchgeleitet.

Eine weitergehende biologische Reinigung und natürliche UV-Hygienisierung erfolgt in dem längs durchströmten, rund 800 Quadratmeter großen Regenerationsbereich. Zwei Umwälzpumpen saugen das aufbereitete Wasser durch einen Kiesfilter

an und speisen damit den Tiefeneinlauf, die vier Einlaufdüsen, die Rutsche und den Wasserfall.

 

 

 

Mehr Informationen

Naturerlebnisbad Altengronau, www.sinntal.de/aktuelles

Planung & Bauleitung: Ingenieurgesellschaft Janisch & Schulz mbH, Bahnhofstraße 15,

35516 Münzenberg-Gambach, Tel.: 06033/745290, www.janisch-schulz.com

Folie: Sika Deutschland GmbH, Kornwestheimer Straße 103-107, 70439 Stuttgart,

Tel.: 0711/80090, www.sika.de